Mittwoch, 28. September 2016

Nachhaltig? Gerne, aber wie?



Nachhaltiges Leben wird immer mehr zum Thema in unserer Gesellschaft. Viele Bloggerinnen konzentrieren sich inzwischen auf "grünes Leben". Da ist die Rede von Minimalismus, von Müllvermeidung, von Verzicht auf Plastik. Nachhaltigkeit scheint, zumindest in Teilen der Bevölkerung, immer mehr zum Trend der heutigen Zeit zu werden. Aber warum ist das so wichtig? Was kann man dafür tun? Muss man sich selbst dafür aufgeben?

Ich versuche heute, euch anhand von Beispielen aufzuzeigen, wie man nachhaltiger leben kann. Auch wenn ich selbst noch nicht annähernd alles umsetze, bemühe ich mich doch nach Kräften. Niemand ist perfekt und man kann selbst mit kleinen Schritten bereits Großes bewirken!

Warum ist Nachhaltigkeit so wichtig?

Vielleicht habt ihr schon mal vom "Earth Overshoot Day" gehört? Das ist der Tag, an dem der Mensch die zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen im laufenden Jahr aufgebraucht hat. Ab diesem Tag leben wir bis zum Jahresende auf Pump, die Erde kann auf natürlichem Weg diese Ressourcen nicht mehr reproduzieren. Idealerweise sollte er Ende Dezember sein, im Jahr 2016 war er bereits am 08. August! Der ökologische Fußabdruck des durchschnittlichen Menschen ist demzufolge viel zu groß und muss dringend verkleinert werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Mensch die Erde in absehbarer Zeit zerstört.

Abgesehen von der Ressourcenverschwendung werden Luft und Gewässer verschmutzt und vielen Tieren wird der Lebensraum entzogen. Die Erde steht vor dem Kollaps und jeder Einzelne von uns kann mithelfen, das Schlimmste zu vermeiden.


Unsere Konsumgesellschaft 

...und ihre Folgen sind dramatisch. Wir richten unsere Wohnungen billig ein, weil wir wissen, in fünf Jahren gefallen uns die Möbel sowieso nicht mehr. Dann landen sie auf dem Müll. Wir kaufen maßlos Lebensmittel und werfen die Hälfte weg. Wir kaufen in Plastik verpackte Lebensmittel und Kosmetik mit Mikroplastik, machen uns aber keine Gedanken darüber, dass unsere Weltmeere beinahe schon tot sind aufgrund des vielen Plastikmülls. Wir finden eine Blattlaus an unseren Balkonblumen und besprühen alles mit Gift, ohne an die Bienen und Hummeln zu denken. Kurz gesagt: wir leben gedankenlos, konsumieren als gäbe es kein Morgen und glauben, irgendjemand wird es schon richten.

Es wird aber niemand für uns richten. Wir sind ganz alleine für uns und unsere Umwelt verantwortlich.

Nachfolgend verrate ich euch, was ihr ganz persönlich tun könnt, um euren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Ich werde mich allerdings kurz fassen und demnächst zu ein paar Punkten gesonderte Berichte verfassen, denn sonst sprengt dieser Post komplett den Rahmen.

Maßnahmen zur Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks

Fortbewegung

Falls es möglich ist, geht kurze Strecken zu Fuß oder fahrt mit dem Fahrrad. 200 m zum Bäcker mit dem Auto zu fahren ist schlicht und einfach umweltschädlich. Wenn ihr gut ans Netz der öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen seid, dann lasst das Auto stehen und nutzt Bus und Bahn! Falls ihr aber auf das Auto angewiesen seid, weil ihr auf dem Land wohnt oder aber euch aus gesundheitlichen Gründen nicht anders fortbewegen könnt, dann fahrt energiesparend! Man muss auf der Autobahn nicht immer das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrücken. Man muss auch nicht ständig beschleunigen und im letzten Moment bremsen. Und denkt bei der Anschaffung eines Neuwagens an den Verbrauch. Vielleicht ist sogar ein Elektroauto für euch geeignet?

Haushalt

Hier kann man richtig sparen, wenn man das nur möchte. Das beginnt mit energieeffizienten Elektrogeräten, geeigneten langlebigen Möbeln und endet bei der Beleuchtung. Achtet bei Neugeräten immer auf den Strom- bzw. Wasserverbrauch. Kauft euch gut verarbeitete Möbel, die im Idealfall zeitlos sind. Beleuchtet eure Zimmer mit LED-Lampen. Nutzt die Spartaste an eurer Toilettenspülung. Lasst nicht endlos das Wasser laufen während des Zähneputzens bzw. beim Einseifen unter der Dusche. Und duscht lieber, als zu baden - das spart Unmengen Wasser! Dass man auf ungiftige Möbel, Teppiche und Wandfarben achtet, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Last but not least kauft Accessoires aus Naturmaterialien. Die sehen nicht nur schöner aus als Kunststoff, sie sind auch deutlich umweltverträglicher!

Den Müll zu trennen, ist für mich seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit. Ich bin da sehr akribisch. Ihr auch? Ach ja, Plastiktüten sind beim Einkaufen absolut unnötig. Nehmt lieber einen Korb oder Stofftaschen mit.

Körperpflege

Verzichtet bitte auf Kosmetik, die Erdöl (Paraffine), Silikone und/oder Mikroplastik enthält. Diese ist nicht nur schädlich für die Gesundheit, sondern auch für unsere Gewässer. Ganz ideal ist natürlich Naturkosmetik, die am besten auch noch fairtrade ist. Falls ihr aus welchen Gründen auch immer lieber konventionelle Kosmetik verwenden wollt, dann achtet zumindest auf die Inhaltsstoffe. Codecheck oder Toxfox sind hier eine wertvolle Hilfe.


Kleidung

Bitte kauft nicht bei Billigketten wie KiK oder Primark ein. Abgesehen davon, dass die Kleidungsstücke oft von minderer Qualität sind, werden diese in Ländern wie Bangladesh unter absolut menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Bei der Herstellung wird an Giften nicht gespart, die dann ungefiltert in Seen und Flüsse geleitet werden. Natürlich ist es toll, wenn der Kleiderschrank voll und man selbst immer "Up to Date" ist. Man nimmt aber in Kauf, dass am anderen Ende der Welt Menschen für unseren Konsum leiden müssen. Wer will das wirklich?

Inzwischen gibt es immer mehr Shops für nachhaltige und faire Kleidung, die keinesfalls "öko" aussehen muss. Ein Beispiel hierfür ist ArmedAngels, für Shirts ist Grundstoff sehr zu empfehlen. Hess Natur ist ein weiterer bekannter Anbieter. Die Mode ist euch zu teuer? Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ihr kauft wenige, dafür aber kombinationsfreudige Teile, oder aber ihr seht euch nach Secondhand um. Das kann der Flohmarkt sein, das Online-Auktionshaus oder der Secondhandladen in eurer Stadt. Wenn man die Kleidung aus zweiter Hand kauft und aufträgt, hat man schon etwas getan für Mensch und Umwelt. Übrigens: Designermarken sind zwar teilweise sündhaft teuer, werden aber in den meisten Fällen nicht fairer produziert als Billigmarken.

Lebensmittel

Hier gibt es einen ganz einfachen Grundsatz: kauft bio, kauft saisonal und kauft regional! Bio ist ökologisch sinnvoll, da keine Gifte eingesetzt werden. Saisonale und regionale Produkte haben kurze Transportwege und werden nicht mittels Dauerkühlung und CO2-Begasung eingelagert. Wenn ihr es noch besser machen wollt, dann kauft Produkte wie Reis, Kaffee und Kakao zusätzlich fairtrade.

Verzichtet auf stark verarbeitete Lebensmittel wie Tütenpulver und Fertiggerichte. Davon abgesehen, dass sie nicht schmecken und Gift für den Körper sind, verbrauchen sie bei der Herstellung Unmengen Wasser und Energie. Kauft eure Lebensmittel lieber naturbelassen und kocht frisch! Und da wir gerade beim Einkauf sind: versucht bitte, auf überflüssige Verpackungen zu verzichten. Warum eine Gurke in Plastikfolie verpackt sein muss, wird sich mir nie erschließen. In den Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte werden inzwischen anstatt der dünnen Plastiktütchen meist auch Papiertüten angeboten. Die enden zwar normalerweise auch im Müll, sind aber dennoch deutlich umweltfreundlicher. Und sie haben so etwas Nostalgisches!

Dass Fleisch aus Massentierhaltung ein No Go ist, muss ich vermutlich niemandem erzählen. Das Gleiche gilt für Milch(produkte) und Eier. Fisch sollte man anhand der Nachhaltigkeitssiegel auswählen.

Lebensmittel sind ein sehr großes Themengebiet, das ich demnächst auf jeden Fall nochmals gesondert ansprechen werde. Dies soll nur ein erster Überblick sein.

Wie soll ich das jemals umsetzen?

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, niemand kann von heute auf morgen alles perfekt machen. Ich auch nicht. Mitnichten. Wichtig ist nur, dass man ernsthaft versucht, etwas zu tun! Ein Schritt nach dem anderen, der einfachste zuerst. Die anderen nach und nach. Wichtig ist, dass wir uns wegbewegen von der heutigen Wegwerfgesellschaft und wieder mehr auf unsere Umwelt achten.

Was ich persönlich bereits umsetze, wollt ihr wissen? Nun, Plastiktüten kaufe ich nie. Der Müll wird genau getrennt. Wir haben teilweise LED-Beleuchtung in der Wohnung. Die meisten unserer Möbel sind aus Massivholz und überleben mich vermutlich. Dass ich größtenteils Naturkosmetik verwende, ist kein Geheimnis. Produkte aus Massentierhaltung sind tabu.

Meine großen Baustellen sind die Kleidung und die Fortbewegung. Allerdings trage ich meine Kleidung wirklich auf, bis sie unansehnlich ist. Neues versuche ich fairtrade zu kaufen. Bei der Fortbewegung konzentriere ich mich aufs Energiesparen, denn ohne Auto bin ich leider nicht mobil. Das liegt zum einen daran, dass ich auf dem Land lebe und zum anderen, dass ich schwer gehbehindert bin. Laufen bzw. Fahrradfahren ist unmöglich. Ich lasse mich fahren bzw. mein Freund erledigt die Einkäufe. Aber auch da wird nur die nötige Strecke gefahren, sinnloses Umherkurven gibt es nicht.

"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt" - dieser berühmte Satz von Mahatma Gandhi sagt alles aus. Wenn wir unser Verhalten Schritt für Schritt verändern, kann auch die Welt wieder Schritt für Schritt besser werden. Wegsehen gilt nicht und bringt auch nichts. Seien wir mal ehrlich, die Erde ist doch viel zu schön, um sie zu zerstören?

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Anregungen geben. Vielleicht setzt ihr die eine oder andere schon um? Erzählt es mir doch einfach in den Kommentaren!



Montag, 26. September 2016

News der Woche (26. September 2016)



Nach langem Überlegen habe ich beschlossen, die wöchentlichen Nachrichten etwas umzustellen. Da mir eine nachhaltige Lebensweise immer wichtiger wird, möchte ich Aktuelles aus diesem Bereich ab sofort hier mit aufnehmen. Das nicht sehr ökologische Thema Parfüm muss leider weichen. Neuigkeiten, die Düfte aus dem Naturkosmetikbereich betreffen, findet ihr künftig in der Kategorie "Naturkosmetik". Nachdem die News in den letzten Wochen leider immer weniger gefragt waren, war eine Änderung überfällig und ich hoffe, das neue Thema bringt frischen Wind hinein!

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